Nette Begegnungen

Aurélie Lecuyer

Donnerstag 23 Dezember 2021

2020 startete die Designerin und Fotografin Aurélie Lecuyer Grès Céramique: eine Kollektion bestehend aus Stehlampen aus glasiertem Ton, geformt von dem Töpfer Benoit Audureau, mit dem Aurélie Lecuyer eng zusammenarbeitet.

Wir durften sie in ihrem Atelier im Departement Maine et Loire besuchen, wo Benoit Aurélies Entwürfe unter Verwendung eines lokalen Tons umsetzt, der aus Ziegeleien oder kleinen Töpfereien aus der näheren Umgebung stammt. 

Der Besuch bot uns die Gelegenheit, uns mit Aurélie Lecuyer über die Entstehung ihres Projekts zu unterhalten.

KÖNNTEST DU DICH KURZ VORSTELLEN UND EIN PAAR WORTE ZU DEINEM WERDEGANG SAGEN?
Ich bin in Paris geboren und an der Atlantikküste aufgewachsen. Ich bin häufig umgezogen und zum Studieren schließlich zurück nach Paris gekommen. Heute lebe ich wieder in der Nähe des Ozeans. Ich hatte nach der Geburt meiner Kinder das Bedürfnis, dorthin zurückzukehren. Ich habe an der Chambre Syndicale de la Couture Parisienne Design studiert und anschließend in verschiedenen Trendagenturen gearbeitet. Als ich Paris dann wieder verließ, wandte ich mich mehr und mehr der Fotografie zu. Heute würde ich meine Tätigkeit als eine Kombination aus beiden Disziplinen, Design und Fotografie, beschreiben.
KÖNNTEST DU UNS EIN BISSCHEN MEHR ÜBER „GRÈS CÉRAMICS“ ERZÄHLEN, WIE KAM ES ZU DIESEM PROJEKT?
Dieses Projekt entstand, nachdem ich alte Keramiklampen, v.a. die einer ehemaligen Keramikwerkstatt namens Grès du Marais, aufgestöbert hatte. Ich wollte an einem Projekt arbeiten, das sich mit dem Objekt und dem Handwerk befasst. Es sollte konkreter als ein Foto sein, etwas, das sich gegenständlich darstellen lässt und weitergeben werden kann. Es sollte ein persönliches Projekt werden, ohne großen Produktionsaufwand, bewusst langsam konzipiert, frei von saisonalen Einflüssen und zeitlos. Ein Projekt, das eine Verbindung zu einem Bereich herstellt, der mir unbekannt war. Es dauerte mehr als ein Jahr und bedurfte mehrerer erfolgloser Kooperationsversuche mit verschiedenen Keramikwerkstätten bis das Bild, das ich im Kopf hatte, schließlich Gestalt annahm. Ich lernte Benoît Audureau kennen und seine einzigartige Arbeit mit Strukturen und Emailglasuren gab meine Vorstellung von der von mir erdachten Lampe exakt wieder. Einfach, solide und sensibel.
WAS SIND DEINE INSPIRATIONSQUELLEN, DEINE EINFLÜSSE?
Da gibt es viele. Bilder, Landschaften, Orte, Erfahrungen, Begegnungen.
KÖNNTEST DU UNS KURZ DEINEN KREATIVEN SCHAFFENSPROZESS ERKLÄREN?
Durch meine Tätigkeit in verschiedenen Trendbüros, habe ich mir angewöhnt, Ikonografien zu erstellen, Bilder, Materialfetzen, Zeichnungen zu sammeln, Fotos zu machen. Eigentlich bin ich ständig am Sammeln von kleinen, manchmal völlig unwichtige Dingen. Und dann habe ich natürlich Entwürfe, die sich mit meinen Farb- und Materialinspirationen verbinden.
WARUM WOLLTEST DU DICH AUSGERECHNET AUF DAS OBJEKT LAMPE KONZENTRIEREN? WAS BEDEUTET DIR DIESES?
Die Lampe hat sowohl einen konkreten Bezug zum Alltag als auch eine sensible Ausprägung, die durch ihr Licht hervorgerufen wird. Sie ist also sowohl ein Gebrauchsgegenstand als auch ein emotionales Objekt. Und sie verleiht einem Innenraum einen symbolischen Wert, schafft Atmosphäre.
KÖNNTEST DU UNS ETWAS ÜBER DEINE BEZIEHUNG ZU STEINZEUG ERZÄHLEN? WARUM DIESE MATERIALWAHL?
Im Grunde ist Steinzeug Erde. Es bringt eine ursprüngliche Verbindung zum Ausdruck, die uns allen innewohnt. Eine beruhigende, direkte, primäre Beziehung zu einem Material, das seit jeher vom Menschen bearbeitet wird. Es ist ein Zurück zu einer einfachen und wesentlichen Beziehung zum Material.
AUF WELCHES STÜCK BIST DU GANZ BESONDERS STOLZ?
Ich mag Stücke, die etwas Überraschendes in sich tragen, Stücke, die eine Farbgebung haben, die man niemals erwartet hätte. Die Farbe kann beim Brennen je nach verwendeter Tonerde stark variieren. Mir gefällt das Modell Halo besonders gut, weil es die Einzigartigkeit jeder Lampe wunderbar zum Ausdruck bringt. Keine Rille gleicht der anderen. Diese Lampen haben nichts gemein mit industriell hergestellten Serienobjekten und glatten, makellosen Oberflächen. Der Charme des Objekts ergibt sich hier durch das Unvorhersehbare, das der Herstellungsprozess mit sich bringt.
KÖNNTEST DU UNS ETWAS ÜBER DEINE ZUSAMMENARBEIT MIT BENOîT AUDUREAU ERZÄHLEN?
Die Zusammenarbeit mit Benoît hat sich ganz natürlich ergeben. Ich glaube, ich hatte wirklich großes Glück, dass ich zufällig auf seine Arbeit gestoßen bin und v.a. dass er bereit war, gemeinsam mit mir an diesem Projekt zu arbeiten. Er ist ein sehr bescheidener Mensch, der dem kreativen Forschen und dem Überraschungseffekt, die die Keramik bereithält, niemals überdrüssig wird. Mir gefällt seine unmittelbare Beziehung zum Ton. Es handelt sich um einen lokalen Ton, den er selbst aus der Natur gewinnt. Seine Art zu arbeiten ist sehr inspirierend, sehr authentisch.
WORAN DENKST DU BEI DER MARKE SESSÙN?
Als ich mein Studium begann, stand Sessùn am Anfang. Ich habe die Entwicklung der Marke mitverfolgt. Sessùn ist eine Marke, die wandlungsfähig ist und die dazu anregt, Materialien, Farben und Ideen zu mischen.
GIBT ES EIN AKTUELLES EREIGNIS, DAS DU GERNE MIT UNS TEILEN WÜRDEST?
Mir hat die Ausstellung von Georgia O'Keeffe sehr gut gefallen, ihre Beziehung zu Farbe, Licht und Einfachheit. Die durch ihre Bilder dargestellte Vision von der Natur.
KÖNNTEST DU EIN PAAR WORTE ZU DEINEN NÄCHSTEN PROJEKTEN SAGEN?
Vielleicht lerne ich töpfern.

FOTOGRAFIEN : Timothé Chambovet

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