Kollaborationen

Waiting for the Sun - Interview

Montag 29 April 2019

Anlässlich unserer Zusammenarbeit mit der äußerst innovativen Brillenmarke Waiting for the Sun, haben wir beschlossen, etwas mehr über diese zu erfahren...

Hier finden Sie das Interview mit Julien Tual, einem der Gründer der Marke.

Fotos: Waiting for the Sun

WER STEHT HINTER WFTS?
Wir sind zwei Freunde, Antoine Mocquard et Julien Tual, und wir haben WFTS vor 9 Jahren aus einer Laune, einer Art Wette, heraus gegründet. Später stieß Sebastien Chauveaue noch zu uns. Wir kommen alle drei aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Sebastien ist gelernter Augenoptiker und arbeitet seit rund zwanzig Jahren in der Optikerbranche. Antoine kommt aus der elektromechanischen Industrie und war als Qualitätsingenieur für große Industriekonzerne tätig. Ich selbst komme aus dem Bereich der Haute Couture, wo ich nach meinem Kunststudium zu arbeiten begann.
ERZÄHL UNS WIE UND WANN EUER PROJEKT WAITING FOR THE SUN ENTSTANDEN IST?
Antoine und ich wohnten zusammen in einer WG in Paris. Um die langen Winterabende auszufüllen, haben wir irgendwann vor 11 Jahren die Wette aufgestellt, Brillen aus Holz herzustellen. Nach 2 Jahren voller „Apéro-Besprechungen” hatten wir unsere ersten Prototypen. Als ich nach Australien zog, fragte mich Antoine, was wir damit machen sollten... Und so haben wir WFTS aus einer Laune heraus eine Woche vor meiner Abreise gegründet.
KÖNNTEST DU UNS KURZ EUREN ANSATZ UND EURE PHILOSOPHIE ERKLÄREN?
Die ursprüngliche Idee war es, aus Materialien Objekte herzustellen, die eine Herausforderung für die Fertigung darstellen. So haben wir zunächst Holzbrillen auf den Markt gebracht, dann Betonschmuck, Kerzen auf Teerbasis… Nach etwa einem Jahr, haben wir beschlossen, uns auf die Holzbrillen zu konzentrieren, da die Nachfrage danach wirklich hoch war, die schönsten Concept Stores aus der ganzen Welt kamen mit Anfragen auf uns zu.
IHR HABT EIN ZU 100% BIOLOGISCH ABBAUBARES BIOPLASTIK ENTWICKELT: KÖNNTEST DU UNS EIN BISSCHEN MEHR DARÜBER ERZÄHLEN?
Zu Beginn wollten wir unsere Holzbrillen aus „gepresstem” Holz herstellen. Dafür wollten wir Sägespäne aus der Möbelindustrie verwenden. Diese Idee hat uns nicht mehr losgelassen und so ist es uns gelungen, im Rahmen verschiedener in Speziallabors durchgeführter Tests und im Backofen unserer eigenen Küche durchgeführter Versuche, einen biologisch abbaubaren und recycelbaren Biokunststoff auf Holzbasis zu entwickeln. Wir haben den Prozess schließlich noch verfeinert und ein Patent dafür beantragt. Seitdem verwenden wir diesen Biokunststoff für unsere gesamte Kollektion. Wir entwickeln ihn ständig weiter und können ihn mittlerweile im 3D-Druck herstellen, haben schon Möbel daraus produziert… und seit Kurzem stellen wir daraus Knöpfe für die Bekleidungsindustrie her. Das Prinzip besteht darin, die in der Textilindustrie üblicherweise verwendeten Kunststoffe oder Hornarten durch unser Bioplastik zu ersetzen.
WIE ENTSTAND DIE IDEE EINER KOLLABORATION MIT SESSÙN?
Die Marke Sessùn hat uns schon immer gefallen, sowohl wegen ihrer Kreativität, ihrer Leitlinie als auch wegen ihres Erfolgs. Als ich vor 5 Jahren nach Marseille zog, habe ich Emma und ihr Team kennengelernt und so ist eine Freundschaft entstanden. Diese Kollaboration ist also in erster Linie eine Geschichte über Freundschaft.
WELCHE WEITEREN PROJEKTE HABT IHR FÜR 2019?
Anfang 2020 feiern wir unser 10-jähriges Bestehen! Wir stellen ein ganzes System auf die Beine, um dieses Ereignis gebührlich zu feiern. Es ist geplant, eine neue Verkaufsstelle in Moskau, und wahrscheinlich auch in Italien, zu eröffnen. Wir arbeiten an einer für den Modemarkt angepassten Linie, wir fordern uns weiterhin mit neuen Materialien heraus, seit Kurzem verwenden wir beispielsweise nur noch recycelten Stahl und unsere Brillenreinigungstücher bestehen aus recycelten Plastikflaschen… kurz gesagt, wir sind immer in Aktion!
DANKE!
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